Anime - Die Welt als Zeichentrick
Anime leitet sich vom englischen animation ab. In Japan steht der Begriff üblicherweise für Zeichentrickfilm, da das Spektrum anderer Animationstechniken wie z. B. Puppentrick kaum eine Rolle spielt. Auch im internationalen Sprachgebrauch hat sich anime als Bezeichnung für japanische Zeichentrickfilme durchgesetzt. In Europa ist in den letzten Jahren das Interesse an anime stark gestiegen, vor allem in England, Frankreich, Italien und Spanien werden die japanischen Serien mit großem Erfolg ausgestrahlt. Deutschland importierte schon seit den siebziger Jahren japanische Zeichentrickfilme wie Heidi, Biene Maja, Captain Future, Calimero oder Die Mumins. Zwar sind in jüngerer Zeit weitere hinzugekommen, allerdings wurden nur wenige von ihnen in den neunziger Jahren produziert; die meisten sind etwa fünfzehn oder gar dreißig Jahre alt. Sie zeigen in jeder Hinsicht nur einen kleinen Ausschnitt der riesigen anime-Branche, die in Japan mit der gesamten Unterhaltungsindustrie verflochten ist und die einen wichtigen Bestandteil der Jugendkultur darstellt. Während westliche Animationsfilme von Karikaturen, Tierfiguren und Slapstick geprägt sind und fast ausschließlich als Kinderunterhaltung angesehen werden, sind es gerade die an ein jugendliches Publikum gerichteten Kino- und Videoproduktionen, durch die sich anime abhebt. Die Themenpalette ist breit gefächert, so daß über die Zielgruppe der Jugendlichen hinaus alle Altersstufen angesprochen werden. Es sollen im folgenden die wichtigsten Merkmale verdeutlicht werden, die anime von westlichen Trickfilmen unterscheiden. Da eine detaillierte und vollständige Übersicht in diesem Rahmen nicht möglich ist, wird die Entwicklung anhand charakteristischer Beispiele aufgezeigt.