Was sie sahen, war aber gar nichts anderes als das Land und der Fluss, wo sie immer gewohnt hatten. Hinten, zwischen den Bäumen, ist ja das kleine Haus. Nur hatten sie das Land noch nie von oben gesehen.
"Ooh, das ist ja Panama...", sagte der kleine Tiger. "Komm, wir müssen sofort weiter, wir müssen zu dem Fluss. Dort bauen wir uns ein kleines, gemütliches Haus mit Schornstein. Wir brauchen uns doch vor nichts zu fürchten, Bär."
Und sie kletterten von dem Baum und kamen bald zum Fluss.

Wo habt ihr denn euer Boot, kleiner Bär und kleiner Tiger? - Liegt bei eurem kleinen Haus am Fluss.

"Such du schon mal Bretter und Holz", sagte der kleine Bär.

Und dann baute er ein Floß.
"Wie gut", sagte der kleine Tiger, "wenn man einen Freund hat, der ein Floß bauen kann. Dann braucht man sich vor nichts zu fürchten."

Sie zogen das Floß in den Fluss und schwammen damit auf die andere Seite.

"Vorsichtig, Bär", sagte der kleine Tiger, "dass meine Tiger-Ente nicht umkippt. Sie kann nämlich nicht gut schwimmen."
Auf der anderen Seite gingen sie am Fluss entlang und der kleine Bär sagte:
"Du kannst ruhig immer hinter mir her gehen, denn ich weiß den Weg."

"Dann brauchen wir uns vor nichts zu fürchten", sagte der kleine Tiger, und sie gingen so lange, bis sie zu einer kleinen Brücke kamen.

Die kleine Brücke hatte früher einmal der kleine Bär gebaut; sie waren nämlich schon bald bei den Sträuchern, wo ihr Haus stand. Aber sie erkannten die Brücke nicht, denn der Fluss hatte sie mit der Zeit etwas zerstört.
"Wir müssen die Brücke reparieren", sagte der kleine Tiger, "heb du das Brett von unten und ich heb das Brett von oben. Aber pass auf, dass meine Tiger-Ente nicht ins Wasser rollt."

He, kleiner Bär und kleiner Tiger! Da schwimmt ja schon wieder eine Flaschenpost im Fluss. Auf dem Zettel könnte eine geheime Botschaft stehen. Interessiert ihr euch denn nicht für einen echten Seeräuberschatz im Mittelmeer? Zu spät, Flaschenpost ist vorbeigeschwommen.

Auf der anderen Seite des Flusses fanden sie einen Wegweiser. Er lag umgekippt im Gras.
"Was siehst du da, Tiger?"
"Wo denn?"
"Na hier!"
"Einen Wegweiser."
"Und was steht darauf geschrieben?"
"Nichts, ich kann doch nicht lesen."
"Pa..."
"Paraguai."
"Falsch."
"Pantoffel."
"Nein, du Dummkopf. Pa-na-ma. Panama. Tiger, wir sind in Panama! Im Land unserer Träume, oooh - komm her, wir tanzen vor Freude."
Und sie tanzten vor Freude hin und her und ringsherum.

Aber du weißt schon, was das für ein Wegweiser war. Na? Genau.

Und als sie noch ein kleines Stück weitergingen, kamen sie zu einem verfallenen Haus mit Schornstein.

"O Tiger", rief der kleine Bär, "was sehen denn da unsere scharfen Augen, sag!"
"Ein Haus, Bär. Ein wunderbar, wundervoll schönes Haus. Mit Schornstein. Das schönste Haus der Welt, Bär. Da könnten wir doch wohnen."
"Wie still und gemütlich es hier ist, Tiger", rief der kleine Bär, "lausch doch mal!"
Der Wind und der Regen hatten ihr altes Haus ein bisschen verwittern lassen, so dass sie es nicht wieder erkannten. Die Bäume und Sträucher waren höher gewachsen, alles war etwas größer geworden.
"Hier ist alles viel größer, Bär", rief der kleine Tiger, "Panama ist so wunderbar, wundervoll schön, nicht wahr?"
Sie fingen an, das Haus zu reparieren. Der kleine Bär baute ein Dach und einen Tisch und zwei Stühle und zwei Betten.
"Ich brauche zuerst einen Schaukelstuhl", sagte der kleine Tiger, "sonst kann ich mich nicht schaukeln."

Und er baute einen Schaukelstuhl. Dann pflanzten sie im Garten Pflanzen, und bald war es wieder so schön wie früher. Der kleine Bär ging fischen, der kleine Tiger ging Pilze finden. Nur war es jetzt noch schöner; denn sie kauften sich ein Sofa aus Plüsch und ganz weich. Das kleine Haus bei den Sträuchern kam ihnen jetzt so schön vor wie kein Platz auf der Welt.
"O Tiger", sagte jeden Tag der kleine Bär, "wie gut es ist, dass wir Panama gefunden haben, nicht wahr?"
"Ja", sagte der kleine Tiger, "das Land unserer Träume. Da brauchen wir nie, nie wieder wegzugehen."

Du meinst, dann hätten sie doch gleich zu Hause bleiben können? Du meinst, dann hätten sie sich den weiten Weg gespart?
O nein, denn sie hätten den Fuchs nicht getroffen und die Krähe nicht. Und sie hätten den Hasen und den Igel nicht getroffen und sie hätten nie erfahren, wie gemütlich so ein schönes, weiches Sofa aus Plüsch ist.

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